Im Familienunternehmen

Als frischgebackener Diplom-Kaufmann stieg ich 1995 als Junior Berater in die Unternehmensberatung meines Vaters ein. Ich hatte schon die Jahre davor als Schüler und als Student im Backoffice der Beratung mitgearbeitet. Wie das in solchen Fällen so ist, versuchte mein Vater mir in kürzester Zeit alles, was es zu lernen gibt, zu vermitteln. Dabei habe ich mich mit Feldern auseinandergesetzt, die so unterschiedlich waren wie

  • Führungstrainings für Meister in der Produktion
  • Coaching für Meister in der Produktion
  • Vermeidung von Verschwendung in der Produktion (Lean Production)
  • Marketingkonzepte für die Investitionsgüterindustrie
  • Entscheidungsverfahren in schwierigem Marktumfeld
  • Changemanagement
  • Prozessberatung
  • Strategieberatung

Ich habe viele Erfahrungen gesammelt. Die Arbeit mit meinem Vater war nicht immer einfach. Denn wir beide wollten mein Bestes. Doch über den Weg dorthin waren wir uns nicht immer einig. Ich habe in dieser Zeit so viel gelernt und kennengelernt, wie ich es an keinem anderen Ort hätte tun können. Aber als Junior war natürlich nicht im Zentrum der wichtigen Entscheidungen.

Selbstständig

1998 entschloss ich mich, ein eigenes Unternehmen zu gründen und startete mit meiner Frau zusammen Creativity @ Work – eine Medienagentur. In dieser Zeit begann gerade der Hype um TIME (Telecommunication, Internet, Media, Entertainment) und wir waren voll dabei. Unter den damaligen Bedingungen war es selbst jungen Firmen wie uns möglich, große Namen auf die Kundenliste zu bekommen. Wir gingen zum Beispiel auf die CeBit und hatten danach die Aufträge zweier amerikanischer Technologieführer im Gepäck. Doch die zunehmend technische Ausrichtung von Multimedia und E-Commerce wollten wir auf die Dauer nicht mitgehen. Wir trafen schließlich eine schwere Entscheidung und beendeten unser gemeinsames Unternehmen. Da fiel es leicht, dem ständigen Drängen der Headhunter nachzugeben und ins Angestelltenleben zu wechseln. Für meine Frau sollte es das Richtige sein. Sie ist heute Direktorin bei einer großen internationalen PR-Agentur. Für mich war es vorübergehend auch richtig.

Entscheidungen im Handel

Ich ging 2000 als Consultant zu Wincor Nixdorf Retail Consulting. Das Unternehmen war ein Beratungs-StartUp mit dem Schwerpunkt Handel. Obwohl eine vollständige Tochter der Wincor Nixdorf AG, war dort vieles ganz genauso, wie in einem frisch gegründeten Unternehmen. Das Unternehmen kannte den Markt vom Verkauf standardisierter Kassensysteme und anderer Hardware. Aber auf komplexe Beratungsleistungen wartete ein ganz anderer Markt, den wir uns zunächst erschließen mussten. Das Geschäftsmodell und die Organisation waren von einer der großen Top-Beratungen ausgearbeitet worden und musste noch den Realitäten des Marktes angepasst werden. Nach kurzer Zeit wurde ich zum Senior Consultant befördert.

Bei Wincor Nixdorf wirkte ich in den verschiedensten Beratungsprojekten mit:

  • Projektleitung diverser Projekte
  • 1to1 Marketing
  • E-Commerce
  • M-Commerce
  • Projektleitung in einer Ausschreibung
  • RFID
  • Automatische Disposition
  • Erstellung von Businessplänen
  • Organisationsberatung
  • Prozessberatung
  • Managementberatung
  • Mitarbeit bei der Entwicklung der Beratungsmethodik von Wincor Nixdorf Retail Consulting

In meinen Projekten war ich immer wieder mit der Entscheidungswirklichkeit in deutschen und europäischen Unternehmen konfrontiert. Manche Entscheider haben mich beeindruckt, bei anderen konnte ich zumindest viel lernen. Das Thema "Entscheidungen treffen" rückte dabei immer mehr ins Zentrum meines Interesses und wurde schließlich zur Passion.

In meiner Freizeit habe ich Gründer und Unternehmer gecoacht. Diese schätzten insbesondere mein Coaching in schwierigen Entscheidungssituationen. Mit meiner Hilfe gelang es ihnen, nicht nur gute Entscheidungen zu treffen, sondern sie auch relativ widerstandsfrei umzusetzen.

Der Entscheidungsspezialist

Die Beratung im Handel war interessant. Aber ich sah in Ihr auch nicht meinen Lebenssinn. Ich verfiel immer mehr meiner wahren Liebe: dem Entscheiden.

Daher habe ich das Thema "Gut Entscheiden - widerstandsfrei Umsetzen" schließlich zu meinem Beruf gemacht. Denn es gibt nichts, was den Unternehmenserfolg so stark beeinflusst wie unsere Entscheidungen.

Der Experte

Als Entscheidercoach habe ich inzwischen fast jede Entscheidungssituation kennengelernt. Doch es sind nicht die Situationen, aus denen Entscheidungsprobleme entstehen. Es sind die Menschen dahinter. Daher erlebe ich trotzdem bei jedem Entscheider etwas Neues und lerne jedes Mal dazu. Auch wenn ich mich als Experte bezeichne, bin ich immer noch ein wissbegieriger Lehrling. Denn in diesem Feld ist es nahezu unmöglich, alles zu wissen, was wissenswert ist.

Wer täglich viel erlebt, hat auch viel zu erzählen. Ab 2006 tat ich das in meinem Entscheiderblog.de, der über die Jahre viele Leser gewinnen konnte. Jeden Monat lesen ca. 60.000 Besucher, was ich in meinem mehr als 900 Artikeln über Entscheidungen geschrieben habe. 2007 erschien mein erstes Buch »Das Entscheider-Buch. 15 Entscheidungsfallen und wie man sie vermeidet«. Das Buch schlug ein, wie eine Bombe. Noch heute gehen die meisten Vortragsanfragen in Richtung Entscheidungsfallen. Denn die meisten Entscheider kennen sie noch nicht, fürchten aber ihre Auswirkungen. Das ist wohl auch der Grund, warum sich heute sogar chinesische und koreanische Manager mit meinen Entscheidungsfallen beschäftigen.

2009 brachte ich gleich zwei Bücher heraus. »Die Entscheider-Bibel« und »Sparen ohne Opfer«. In der Entscheider-Bibel schrieb ich über alles, wozu in dem Entscheider-Buch zuvor kein Platz war. Es wurde ein umfangreiches Buch über alles, was beim Entscheiden wichtig ist. "Sparen ohne Opfer" war das Buch zur Krise. Damals mussten viele Unternehmen sparen. Dabei blieben viele auf der Strecke, weil sie sich zu Tode strangulierten. Mein Buch zeigt, wie es besser geht.

Bücher verändern keine Märkte, aber ihren Autor. Bei mir selbst haben meine Bücher für eine Klarheit zu meinem Thema gesorgt, die ich vorher nicht hatte. Mit der Entwicklung meiner Vorträge konnte ich das noch weiter zuspitzen. Die tägliche Arbeit mit meinen Kunden tat ihr Übriges. Wenn ich die letzten 20 Jahre zurückblicken würde, könnte man meinen, es gibt nur wenige Menschen, die sich so intensiv mit meiner großen Liebe, dem Entscheiden auseinandergesetzt haben wie ich. Aber ich blicke nie zurück.

Stattdessen gebe ich meine Erkenntnisse und Lehren heute gerne als Redner weiter.

Als international veröffentlichter Autor und als Initiator des größten Referentennetzwerks im Rhein-Main-Neckar-Raum (Sternstunde für Unternehmer) habe ich im Laufe der Jahre vor vielen Tausend Unternehmern und Managern Reden, Keynotes und Moderationen gehalten. Vielleicht auch bald bei Ihnen?